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Eine Nachricht vom Lagerkommandanten Lobdell Nachstehend ist ein vom Algona POW Camp Kommandanten geschriebener Brief aufgeführt. Dieses Schreiben zeigen wir in seiner Gesamtheit, wie es von Oberstleutnant Lobdel geschrieben worden ist.
DATUM:
9. Januar
1947
VON: A. T. Lobdell Am Ende des 2. Weltkrieges befanden sich annähernd beinahe 400.000 deutsche Gefangene in den Vereinigten Staaten, die alle, ausgenommen von etwa 20, die sich in Zuchthäusern des Bundes befanden, nach Europa zurückgebracht wurden. Insgesamt ergaben sich ungefähr 8.000.000 Deutsche Soldaten den Armeen der Alliierten. Ich war 28 Monate Kommandant für deutsche Kriegsgefangene in Iowa, Minnesota und den Dakotas. Wir bewachten die Kriegsgefangenen unter einem „Kalkuliertem Risiko“ mit etwa einem Amerikaner gegenüber etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Deutschen. Im Algona Stammlager und seinen 32 Zweiglagern hatten wir insgesamt 80 amerikanische Polizeibeamten und 80 Offiziere, zusammen im Durchschnitt 300 einfache Soldaten und 30 Offiziere. Unser Lager hatte insgesamt 10.000 Deutsche verwaltet mit einem Durchschnitt von 3.261 für 28 Monate. Der normale deutsche Soldat mit seiner jahrelangen Ausbildung hatte vollständige Anweisungen im Bezug auf die Genfer Konvention erhalten und war angewiesen, seine kriegerischen Anstrengungen sogar als Kriegsgefangener noch fortzusetzen. Die außerhalb des Lagers eingesetzten Kriegsgefangenen versuchten allgemein Propagandablätter zu verteilen und mit jedem über ihre Nazipläne ins Gespräch zu kommen Die Genfer Konvention forderte, dass alle Offiziere unterhalb des Dienstgrades Feldwebel arbeiten müssen, während die ab dem Unteroffiziersrang und die Offiziere darum ersuchen konnten, zu arbeiten, wenn sie dies wollten. Mit der Ausnahme von irgendwelchen 91 SS Nazis haben alle 10.000 Deutschen unter unserer Befehlsgewalt gearbeitet. Die Arbeiten während den 28 Monaten waren von folgender Art:
Holzfällen
15% Regierungsarbeiten im Sioux Falls Luftstützpunkt, dem Fluss Missouri Und anderen Lagern 30% Zusammen 100% Die Kriegsgefangenen wurden zu keiner Zeit mit echtem Geld bezahlt, sie erhielten ihre Vergütung in der Form von Kontrollabschnitten. Für ihre Arbeit bekamen sie insgesamt $680.000. Der Arbeitswert für die Leute, welche sie mieteten, betrug $3.506.000, und setzte sich zusammen aus $2.406.000 von privaten Arbeitnehmern und $1.00.000 von der Regierung. Ein Betrag von $1.760.000 wurde von unserem Lager beim Schatzamt der Vereinigten Staaten hinterlegt, um die Kosten für die Internierung zu decken. Der Wert für Lebensmittel und anderen Produkten zu Großhandelspreisen, wie er von den Gefangenen geleistet wurde und der ansonsten nicht vorhanden gewesen wäre, wird auf eine Summe von $101.000.000 geschätzt. Die Kriegsgefangenen wurden nur dort eingesetzt, wo freie amerikanische Arbeitskräfte nicht zur Verfügung standen. Die Arbeitgeber bezahlten den in Frage kommenden Lohn an die Regierung. Die Regierung bezahlte an die Kriegsgefangenen einen Betrag der nicht höher als 80 Cents pro Tag betrug. Zuerst hatten die Gefangenen kein Vertrauen in irgendein Banksystem und benützten alles, was sie verdienten, für Käufe von nicht rationierten Dingen über ihre Kriegsgefangenen Kantine. Ab 1945 begannen sie zu sparen und als sie im Winter 1946 Algona verließen, hatte jeder von ihnen im Durchschnitt ein Guthaben im Betrag von $135 in der Form eines Schecks des Schatzamtes, welchen sie mit nach Europa nahmen mit dem Verständnis, dass irgendein amerikanischer Zahlmeister ihnen diesen Betrag in Europa bar aushändigen würde. Die meisten Deutschen bevorzugten harte körperliche Arbeit bis zu 10-12 Stunden täglich. In vielen Stellen arbeiteten sie rund um die Uhr in zwei Schichten von je 12 Stunden. In den nördlichen Wäldern hatten wir 1.450 Gefangene, die im Winter und Sommer Holz schnitten und sie hörten damit nur auf, wenn die Temperatur 45 Grad unter Null fiel, als die Äxte für den Gebrauch zu spröde wurden. Die Kantine der Kriegsgefangenen unterstand einem amerikanischen Offizier, wurde aber von den Gefangenen betrieben, die früher in Deutschland mal Geschäftsleute waren. Diese betrieben dieses große Geschäft in Höhe von 2/3 einer Million Dollar mit absoluter Ehrlichkeit und wann immer Unstimmigkeiten vorkamen; haben sie diese mit ihrem eigenen Lagergeld ausgeglichen. Sie spendeten großherzig an folgende Organisationen, die sie von Deutschland her kannten und die ihnen im Camp Algona halfen:
Das Internationale Rote
Kreuz die
Katholische Kirche Nahrung: Die Konvention sah vor, dass “die Nahrungsrationen für die Kriegsgefangenen in Menge und Qualität jener der Truppen im Basislager zu entsprechen habe”. Im Jahr 1943 und teilweise durchgehend 1944 erhielten die Deutschen das gleiche Essen, das den Amerikanern gereicht worden ist. Als Nahrungsmittel 1944 knapp wurden, war Rindfleisch der Güteklasse A, Butter und frisches Gemüse schwer zu beschaffen. Irgend jemand hatte die Idee, dass die Qualität ebenbürtig wäre, wenn die Nahrung rein und die Menge der Speisen die gleiche Anzahl Kalorien aufweisen würde wie die, welche die amerikanischen Soldaten erhielten. Dies wurde 1944 in Kraft gesetzt und obwohl die LKW Fahrer frisches Fleisch und Butter an unser Lager lieferten, wurde dieses den Amerikanern zugeteilt. Die Kriegsgefangenen erhielten Gehirn, Gedärme, Fisch und Knochen in einer Menge von 15 engl. Pfund für 100 Gefangene pro Tag. Die hauptsächlichen Bestandteile ihrer Nahrung bestanden aus Schwarzbrot, von den Deutschen in unserem Lager gebacken, dann Makkaroni, Nudeln, Spaghetti, Sojabohnen, Erbsen, Bohnen und andere nicht rationierte Nahrungsmittel. Schreibkräfte erhielten 2500 bis 3000 Kalorien täglich. Gefangene die Schwerarbeit zu verrichten hatten erhielten 3700 Kalorien pro Tag, mit Kosten nicht über 25C pro Gefangenen und Tag. Anti Nazis. Im Juli 1944 hatte ich mein erstes Ersuchen von einem Kriegsgefangenen hinter dem Stacheldraht, der behauptete, ein Anti Nazi zu sein. Er teilte mir auch die Namen von drei weiteren mit und bald darauf hatten wir 45 hinter dem Stacheldraht. Ich berichtete diese Anti Nazis an meinen Vorgesetzten, erhielt aber keine sofortige Antwort. Da ich diese nicht im gleichen Lager belassen wollte mit den restlichen Gefangenen verlegte ich sie in ein Zweiglager in Bird Island, 100 Meilen westlich von Minneapolis. Während des Herbstes und Winters von 1944 hatten wir ungefähr 100 Kriegsgefangene, die einzeln bei mir vorsprachen und erklärten, sie seien anti Nazis. Diese 200 wurden in das Lager Camp Campbell, Kentucky geschickt und ich verstehe, dass etwa 40.000 nach einer Schulung nach Europa geschickt wurden, um unseren Armeen in Europa zu helfen. Sofort nach dem Siegestag in Europa (8. Mai 1945) hatten wir Anträge von mindestens 1500 Kriegsgefangenen, die gegen die Japaner kämpfen wollten. Bei einem Zugang von Kriegsgefangenen in unser Lager im Januar 1944 befanden sich 91 Angehörige von SS Truppen. Die meisten davon trugen Tätowierungen unter ihrer rechten Armachselhöhle. Diese Tätowierung war deren Zeichen für ihre Autorität über unsere deutschen Gefangenen Diese Tätowierung bezeichnete ihre Blutgruppe und gab ihnen die Gewissheit, dass sie bei einer Verwundung als erste zu einer Behandlung kämen. Die SS war eine Organisation von ungefähr 2.000.000 Männer und Frauen und ihr Wort war während der Hitlerzeit Gesetz. Die Männer sagten aus, dass sie mit SS Frauen gepaart wurden, um SS Kinder zu erzeugen für einen dauernden beherrschenden Kaste zur Ausführung der Nazipläne. Die SS Angehörigen waren unverschämt, aufsässig und es war erkennbar, dass die Gefangenen in unserem Lager vor diesen neuen Ankömmlingen Angst hatten. Da sie die Arbeit verweigerten, übte ich verwaltungsmäßig Druck auf sie aus unter der Regel: „keine Arbeit, kein Essen“. Diese 91, unter diese Maßnahme fallende Männer, lenkten ein und kamen wie folgt zur Arbeit: 10 am zweiten Tag. 35 am zehnten Tag. 12 am siebten Tag 6 am sechsundzwanzigsten Tag. 23 am neunten Tag. 4 am achtundzwanzigsten Tag. Diese 4 waren die Letzten. Sie arbeiteten 8 Stunden daran, Asphalt auf Dächer zu verbreiten, bevor ihre Kost geändert wurde. Diese SS Männer sagten mir, sie hätten viel längere Zeiten im Freien an der russischen Front ausgehalten und sich mit Laub, Wurzeln und Gemüse ernährt, soweit sie solche finden konnten. Bei Brot und Wasser seien die ersten drei Tage die schlimmsten, dann gäbe es keine größere Veränderung, da der Magen eingeschrumpft war. Religion – Von den 10.000 Deutschen in unseren Lagern waren schätzungsweise 40% Katholiken, 40% Protestanten, praktische alle Lutheraner und die anderen waren Hitler Anhänger, oder Antichristen. Militärische Eigenschaften. Die Deutschen waren sehr gut ausgebildet in militärischer Höflichkeit. Sie waren gut ausgebildet in ihren hygienischen Sitten. Sie waren im allgemeinen sauber. Wenn sie mit 50 Personen in Baracken leben mussten, 20’ X 100’ (<= 6,10 m x 30,50 m>) war es notwendig, sich gut diszipliniert zu verhalten. Viele Gefangene hatten 10 Jahre Dienst hinter sich, und das Leben in Kasernen war das einzige Leben das sie kannten. Am 8. Mai 1945, der Tag an dem Deutschland kapitulierte, wurden sieben Gefangene geisteskrank. Alle sieben wurden in Zwangsjacken gesteckt und von den Zweiglagern in das Krankenhaus des Stammlagers verlegt. Drei gesundeten, aber vier wurden sofort nach Deutschland zurückverschifft. Sofort nach dem Siegestag in Europa kamen 378 Gefangene an, die am Tag der Kapitulation noch auf See waren. Von den 378 Leuten waren schätzungsweise 90% verwundet, viele hatten Einschüsse sowohl von vorne als auch von hinten. Ungefähr 30 in dieser Gruppe waren an Skorbut erkrankt. In dieser Gruppe gab es auch 75 junge Buben, offensichtlich 14 Jahre alt und sie wogen jeder etwa 60 engl. Pfund. Es waren darunter auch 60 ältere Männer, über 50 von denen 42 in das Lager mit doppelten Leistenbrüchen hereinmarschierten. Es war klar, dass Deutschland die allerletzten Reserven zusammengekratzt hatte. In physischer Weise waren die 10.000 Deutsche, die unser Lager durchliefen, und nach Europa zurückkehrten, in viel besserem Zustand als bei ihrer Ankunft. Mental glaube ich, dass etwa 10%, nämlich die SS und Gestapoleute, unverändert geblieben sind. Die übrigen, so denke ich, waren bei der Rückkehr bereit, aktiv in einer irgendwie gearteten deutschen demokratischen Regierung mitzuarbeiten. Ihre abschließende Erklärung lautete wie folgt: “Wir Deutsche dürfen aus zweierlei Gründen froh sein, zuerst einmal, dass das schreckliche Blutbad des letzten Jahrzehnts zu einem Ende gefunden hat und die Welt sich wieder bewegt. Was auch immer hin und wieder Schmerzen in der Gegenwart im Rückblick zur Vergangenheit bringt, dass in der Zukunft wir die Möglichkeit bekommen, ein ruhiges, arbeitsreiches Leben innerhalb mäßiger Grenzen zu führen. Zweitens, die Vereinigten Staaten werden einen sagenhaften Wohlstand in den nächsten paar Jahren erreichen und deshalb in der Lage sein, das zerstörte Europa wirtschaftlich zu unterstützen.“ “Deutschland hat den Krieg verloren. Mit dem Verständnis dieser unwiderruflichen und bestimmten harten Tatsache und der Einsicht, dass die gesamte Welt zum Zusammenbruch des Nazisystems beitrug, können wir uns glücklich schätzen zu sehen, dass die Weltmächte in der Hand von Demokratien liegen, denn nur diese sind der Garant, dass nicht mehr ungeheuere Energien für die Welt zerstörende Eroberungen zum Einsatz kommen. Unser Leben hängt davon ab, dass alle Deutschen frei von Furcht leben können, die kostbarste aller vier Freiheiten, und sie bereit sind, sich mit unserer Erklärung einverstanden zu erklären.“ „Deutschland hat den Krieg verloren, aber es musste ihn verlieren, um den Weg frei zu machen für die verschlossenen Fähigkeiten des deutschen Geistes und des in sich gekehrt seins der Deutschen. Wenn dies dem deutschen Volk Respekt für die Rechte anderer einflößt, werden wir in der Lage sein, eine deutsche Demokratie aufzubauen, aber der Weg dahin ist lange und steinig.“ |